Trotz aktueller Ängste: Reformation macht Mut zur Zukunft

Frank Puchtler predigt in ökumenischer Feier in St.-Peter-Kirche zu Diez über Martin Luther: Anpacken und Haltung zeigen

 

DIEZ/RHEIN-LAHN. (5. November 2018) „Und wenn ich wüsste, dass Morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!“ So soll es Martin Luther einst formuliert haben. Der Landrat des Rhein-Lahn-Kreis Frank Puchtler bestieg zum ökumenischen Reformationsfest der drei evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde in Diez die Kanzel der evangelischen Sankt-Peter-Kirche, um über jenen Satz zu predigen.

 

Voll besetzt war das Gotteshaus über der Grafenstadt beim diesjährigen Reformationstag, wo auch im 501. Jahr nach der Veröffentlichung von Luthers Thesen an die Aktualität seiner Gedanken erinnert wurde, die der Mönch damals auslöste. Die evangelische Sankt-Peter-, die Jakobus- und die Stiftskirchengemeinde sowie die katholische Gemeinde Herz-Jesu knüpften ans Jubiläumsjahr an und hatten gemeinsam zu dem Abendgottesdienst eingeladen. Für Puchtler, der auch Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist, bedeutet das eingangs zitierte Apfelbäumchen ein Symbol, Verantwortung in der Gemeinschaft zu übernehmen, Frucht zu tragen, und mutig und vertrauensvoll nach vorn in die Zukunft zu blicken.

 

Der Kommunal- und Kirchenpolitiker betonte die Bedeutung, der jungen Generation eine Perspektive zu geben und verwies auf den mutigen Mönch Martin Luther, der ein standhafter Mensch geblieben sei, wie es auch im bekannten Reformationslied „Ein feste Burg ist unser Gott“ zum Ausdruck kommt. Angst vor dem Klimawandel, Terrorgefahr oder auch die zunehmende Anonymität innerhalb der Gesellschaft schürten Ängste vor einem Umbruch, wie sie die Menschen zu Luthers und allen Zeiten gekannt hätten. Umso wichtiger sei es, sich nicht zu verkriechen und zuzuschauen, wie die Welt sich negativ verändert oder Menschen in Not geraten, sondern aktiv zu werden: „Anpacken! Einsetzen! Haltung zeigen!“, propagierte der prominente Prediger und erinnerte an die gerade vom Papst heilig gesprochene Ordensschwester aus Dernbach im Westerwald Katharina Kasper. Das sei ein Beispiel dafür, wie nicht nur ein Apfelbäumchen wachsen, gedeihen und Früchte tragen könne, sondern auch menschliches Handeln, das Optimismus verbreitet.

 

Viel Anerkennung gab es für Puchtlers Mut machende Worte nach dem Gottesdienst, den der evangelische Pfarrer von St. Peter Adi Tremper und der katholische Gemeindereferent Andre Stein liturgisch gestalteten. Für die musikalische Umrahmung sorgte neben Heide Holzner an der Orgel der Frauenchor Altendiez unter Leitung von Rosemarie Leibenguth.

 

Im Anschluss bot der Platz rund um die St.-Peter-Kirche eine sehr stimmungsvolle Kulisse, wo sich die vielen Besucher bei leckerer Luther-Bratwurst und Landbier vom Schauferts Hof über die Predigt und viele andere aktuelle Themen austauschten. Bernd-Christoph Matern

 

 

Zum Foto:

Landrat und EKHN-Landessynodaler Frank Puchtler erschloss mit einem Lutherzitat Zukunftsperspektiven; der Frauenchor Altendiez sorgte für die musikalische Umrahmung des ökumenischen Reformationsgottesdienstes in Diez. Fotos: Matern

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