Diakonisches Angebot der Evangelischen Kirche ist Thema im Konfi-Unterricht

 RHEIN-LAHN. (27. März 2020) Corona hat das Leben alter Menschen mehr denn je in den Focus gerückt. Im Rahmen ihres Konfirmandenunterrichtes beschäftigen sich Jugendliche der evangelischen Kirchengemeinden aber immer nicht nur mit Glaubensfragen, sondern auch mit Fragen des Gemeindelebens. Dazu gehören die Angebote der Diakonie – die soziale Arbeit der evangelischen Kirchen. Zum Thema „Alter und Demenz“ hatten noch vor dem Versammlungsverbot Anfang März die Pfarrerinnen Silke Funk von der Emmausgemeinde Schweighausen und Antje Dorn von den Kirchengemeinden Kördorf und Obernhof Stefan Hauser als Mitarbeiter des Pflegestützpunktes Bad Ems und Vertreter der Regionalgruppe Bad Ems der Demenz-Netzwerke Rhein-Lahn eingeladen.

Die Jugendlichen beider Gruppen diskutierten über eigene Erfahrungen in der Familie, im näheren Umfeld oder bei Besuchen in Senioreneinrichtungen. „Oft ist es zunächst nicht einfach zu verstehen, wie manche befremdlichen Verhaltensweisen bei Menschen mit Demenz zustande kommen“, wusste Stefan Hauser zu berichten. Hier sei es wichtig zu versuchen, sich in deren Lebenswelt hineinzuversetzen.

Wie es sich anfühlt, wenn etwas nicht mehr so ist wie gewohnt, konnten die Jugendlichen ganz praktisch ausprobieren. An Stationen des Demenz-Parcours, den das AWO-Seniorenzentrum „Am Hain“ in Diez leihweise zur Verfügung gestellt hatte, ging es etwa darum, in einem Spiegelkasten eine „Reise zu Sehenswürdigkeiten“ mit kleinen Autos zu bewältigen. Eine weitere Station vermittelte wie es sein könnte, wenn das Gefühl und die Feinmotorik gestört sind. „Mit den Handschuhen ist es ganz schön schwer, Knöpfe zu schließen“, zeigte sich Julia erstaunt.

Dass es mehr als 40 einzelne – aufeinander abgestimmte – Arbeitsschritte erfordert, um für eine Person den Frühstückstisch zu decken und das Frühstück zu richten, war nicht einmal so schwer zu erraten. Diese Schritte dann aber noch anhand von gut gemischten Fotokarten in die richtige Reihenfolge zu bringen erforderte dann doch noch einige Zeit. Jedoch wurde auch diese Aufgabe mit vereinten Kräften von beiden Gruppen perfekt gelöst.

„Vielleicht ermutigt Euch diese Unterrichtsstunde ja dazu, künftig etwas genauer auf die älteren Menschen in Eurer Umgebung zu achten“, gaben die Pfarrerinnen und Stefan Hauser zum Abschluss mit auf den Heimweg. (sh)

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Zum Foto:
40 Arbeitsschritte braucht es, um für eine Person ein Frühstück zu decken und zu richten; fürs Gehirn in jungen Jahren einfach - im Alter kompliziert. Foto: Stefan Hauser

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