
Notfallseelsorge: Neun neue Kräfte beauftragt
Ökumenischer Gottesdienst für die Blaulichtfamilien Westerwald und Rhein-Lahn
WESTERWALD/RHEIN-LAHN. (11. März 2026) Die Notfallseelsorge Rhein-Lahn und die Notfallseelsorge Westerwald (NFS) bekommen Verstärkung: Neun Frauen und Männer sind im alljährlichen ökumenischen Gottesdienst für Einsatzkräfte in ihren Dienst eingeführt worden. Damit leisten jetzt 59 Menschen in beiden Systemen „Erste Hilfe für die Seele“. Viele von ihnen erlebten nun in der Erlöserkirche Neuhäusel einen Gottesdienst, der Mut macht und Kraft für stürmische Zeiten gab.
„Wir sind unterschiedlich – und doch eint uns die Verantwortung für Menschen. Wie gut das ist, dass wir zusammen unterwegs sind und Segen für andere sein können“, sagt die Dekanin des evangelischen Dekanats Nassauer Land, Kerstin Janott. Damit meint sie die große „Blaulichtfamilie“, an die sich der Gottesdienst richtet: unter anderem Kräfte der Polizei, der Feuerwehr, der Notfallseelsorge, der Rettungsdienste. Der Abend in Neuhäusel tat ihnen gut – gerade angesichts der stürmischen Zeiten, denen sich die Helfenden oft stellen müssen.
„Wenn wir im Einsatz sind, wissen wir, was wir zu tun haben“, sagt Notfallseelsorger und Pastoralreferent Rainer Dämgen während seiner Predigt. Auch er kennt diese Stürme. „Obwohl wir eigentlich wissen, dass es schwierig werden kann: Es kommen immer wieder Situationen, bei denen wir nicht auf das vorbereitet sind, was uns erwartet“, sagt er und erzählt von Schicksalen und Erlebnissen, die selbst erfahrene Einsatzkräfte an Grenzen bringen. „Aber es gibt Hilfe. Von unseren Kameraden. Und von Gott, der dafür sorgt, dass der Sturm irgendwann aufhört und das Boot nicht untergeht“, sagt er mit Bezug auf die biblische Geschichte des Bootes auf dem tosenden See Genezareth. „Menschen schaffen es immer wieder, trotz der Katastrophe weiterzuleben. Auch, weil wir da waren.“
Eine Zusage, die auch für die neuen Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger gilt: für Matthias Thiel, Annette Röhrig, Birgitt Karbach, Petra Klein, Leandra Götsch, Berthold Weidenfeller, Nicole Korte, Ruth Maxeiner und Irmela Witt.
„Ihr werdet Kraft brauchen – Kraft von Gott. Für die Situationen, die kaum auszuhalten sind. Gott bewahre Euch mit seinem Segen“, spricht Dekanin Kerstin Janott den neuen Einsatzkräften zu. Im Anschluss überreichen ihnen Beate Vogt, Rainer Dämgen, Kerstin Janott und Gerhard Stubig ihre Ernennungsurkunde und geben jedem einzelnen seinen und ihren persönlichen Bibelvers mit auf den Weg.
Der Gottesdienst schließt auch diesmal mit einem Entlastungsritual, durch das Barbara Meffert und Heike Koch führen. Für jedes Anliegen, für das Schwere, die Hilflosigkeit, Verzweiflung und die Ohnmacht entzünden sie eine Kerze und legen diese Gefühle in Gottes Hände. Ein gutes Ritual eines wichtigen Gottesdienstes, für den NFS-Leiterin Beate Vogt dankbar ist: „Ich finde es wunderbar, dass die Zusammenarbeit so toll funktioniert“, sagt sie am Ende zur großen „Blaulichtfamilie“ und dankt allen für ihren Einsatz: im Gottesdienst – und für den wichtigen Dienst am Nächsten. Peter Bongard
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Gruppenbild von der „Ersten Hilfe für die Seele“ wie die Notfallseelsorge auch genannt wird. Foto: Peter Bongard
