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Gottes Geist als Tröster in unsicheren Zeiten

Kirchenpräsidentin Christiane Tietz zum Pfingstfest 2026

KP CHristianeTietzTalar ekhn bongard DARMSTADT/RHEIN-LAHN. (24/25. Mai 2026) Angst, Sorgen, Zweifel und Traurigkeit – diese Gefühle kennen viele Menschen angesichts der aktuellen Weltlage nur allzu gut. In ihrer Pfingstbotschaft nimmt Christiane Tietz, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), genau diese Gefühle auf und stellt sie in den Zusammenhang der biblischen Überlieferung. Ihre Botschaft mündet in eine Zusage, die gerade in unruhigen Zeiten Halt geben kann: Gott lässt die Menschen nicht allein.

Tietz erinnert an die Bedeutung des Pfingstfestes, das in der christlichen Tradition als „Geburtsstunde der Kirche" gelte. Das Fest erinnere an das Herabkommen des Heiligen Geistes auf die erste christliche Gemeinde, wie es in der Apostelgeschichte beschrieben werde.

Darüber hinaus lenkt Tietz den Blick auf die Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium. Jesus habe seinen Jüngerinnen und Jüngern angekündigt, dass er sie verlassen werde. „Auf sie legte sich eine tiefe Traurigkeit", beschreibt die Kirchenpräsidentin die Szene. „Ihre Herzen wurden umklammert von lähmender Angst." Sie hätten befürchtet, nicht nur Jesus, sondern sich selbst zu verlieren: „Eine Zukunft ohne ihn – für sie unvorstellbar."

„Gott kommt uns ganz nah – näher, als wir selbst uns kommen können“

Die Kirchenpräsidentin stellt eine direkte Verbindung zu ihrer eigenen Erfahrung her: „Die Gefühle der Jünger kommen mir bekannt vor. In der gegenwärtigen Weltlage beschleichen mich selbst immer wieder Angst und Sorgen und Zweifel und Traurigkeit." Sie frage sich dann: „War nicht früher so vieles besser? Werden die destruktiven Weltmächte Überhand nehmen? Wird der gesellschaftliche Zusammenhalt schwächer werden? Habe ich genug gelernt, auch in meinem Glauben an Gott, um die unsichere Zukunft zu bestehen?"

Tietz betont, dass Jesus Traurigkeit und Sorgen seiner Jünger verstanden habe. „Lange redete er mit ihnen. Wichtig war ihm, dass sie verstanden: Gott lässt sie nicht allein." Jesus habe ihnen erklärt: „Ja, ich gehe weg. Aber ‚der Tröster', Gottes Geist, kommt an meiner Stelle." Damit sei Gott den Menschen sogar noch näher als zu Jesu Lebzeiten, beschreibt die Kirchenpräsidentin: „Denn Gottes Geist wohnt in uns. So kommt Gott uns ganz nah – näher, als wir selbst uns kommen können."

Gottes Geist, der Tröster, helfe wie der „Beistand einer guten Freundin", so Tietz weiter. „Gottes Geist stärkt uns, wo wir verunsichert sind. Gottes Geist gibt uns Fantasie, Schwierigkeiten zu bewältigen. Gottes Geist gibt uns Freude ins Herz und Gelassenheit. Das wünsche ich Ihnen für dieses Pfingstfest!"

Predigt im Open-Air Gottesdienst

Christiane Tietz wird an Pfingstmontag um 11 Uhr im Ökumenischen Open-Air-Gottesdienst an der Basilika auf dem Gießener Schiffenberg predigen. Die Evangelische und die Katholische Kirche sowie Griechisch-Orthodoxe und Syrisch-Orthodoxe Gemeinden laden gemeinsam zu dem Festgottesdienst ein.

 

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