Himmelfahrt 2026 Marti02 becrima

Christi Himmelfahrt 2026

Frohgemut unterwegs zwischen Sky und Heaven

 RHEIN-LAHN. (14. Mai 2026) Heute feiert die Christenheit „Christi Himmelfahrt“. Was für ein seltsam anmutender Begriff. Das klingt für zeitgenössische Ohren eher nach Märchenwelt ala Peterchens Mondfahrt oder Wundergeschichten. Oder geht es um einen Tag, der an physikalische Phänomene und die Raumfahrt erinnern soll? Da klingt der Vatertag, der seit den 1930-er Jahren als Pendant zum Muttertag in Deutschland Verbreitung fand, doch wesentlich handfester: Raus in die Natur und sich mit oder ohne Bollerwagen, mit oder ohne Begleitung von Müttern und Kindern einen schönen Tag machen! Aber schließt das eine das andere aus?

Christliche Augen blicken erstmal in die Bibel an diesem uralten Feiertag: „Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel“, heißt es in der Lutherübersetzung des Lukasevangeliums im Kapitel 24, Vers 51. Noch kryptischer beschreibt es die Apostelgeschichte 1 in Vers 9, in dem Jesus seine Jünger dazu aufruft, seine Zeugen zu sein: „Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen“. Das mit der Wolke ist für aufgeklärte Gemüter kaum zu verstehen und hätte im Faktencheck keine Chance. Der Feiertag markiert einfach gesagt den Moment, als Jesus 40 Tage nach seiner Auferstehung an Ostern nach biblischer Überlieferung endgültig Abschied von seinen Jüngern nimmt.

Im Englischen gibt es einen Unterschied zwischen Sky und Heaven. Das macht die Sache vielleicht verständlicher. „Heaven“ steht für den religiösen Himmel, die unsichtbare Heimat Gottes, während „Sky“ den Himmel mit all seinen Wolken bezeichnet mit ihren Hoch- und Tiefdruckgebieten, von denen Meteorologen jeden Tag in den Nachrichten zu berichten wissen. So nah der physische Himmel mit Regenwolken und Sonnenschein den Menschen jeden Tag ist, so nah ist auch Gott jeden Tag den Menschen in ihrem Leid wie in ihrer Freude. Kurt Marti hat 1970 fürs Gesangbuch (EG 153) formuliert: „Der Himmel der ist, ist nicht der Himmel, der kommt“.

Wenn Jesus vor seiner Himmelfahrt dazu ermuntert, sich zu freuen und die Botschaft vom „Heaven“ in die Welt hinauszutragen, schließt das den Vatertag nicht aus, auch wenn der nicht der Grund dafür ist, dass die meisten Menschen heute nicht arbeiten müssen. Wer aber den Grund der Freude kennt, hat noch mehr Grund auch an Christi Himmelfahrt ordentlich zu feiern: ob in der Kirche oder im Freien, allein oder mit der ganzen Familie, ob mit oder ohne Bollerwagen, ob es am verlängerten Wochenende mit dem Flieger über den Wolken in die Ferne geht oder während einer Wanderung im schönen Rhein-Lahn-Kreis. Unterwegs zwischen Heaven und Sky lässt sich (nicht nur heute) ein Stück Himmelfahrt erfahren und spüren, selbst wenn sich letzterer in diesem Jahr nicht von seiner freundlichsten Seite zeigen mag. Bernd-Christoph Matern

Die Kirchengemeinden laden heute zu Gottesdiensten auch an unkonventionellen Orten ein. Einige Beispiele:

Burgschwalbach, 10 Uhr: Wandergottesdienst

Marienfels am Sauerbrunnen, 10 Uhr: Gottesdienst mit dem Kirchenchor Miehlen 

Habenscheid, 10 Uhr: Gottesdienst

Weidenbach, Grillhütte, 10.30 Uhr einen Gottesdienst an der Grillhütte

Fachingen, 11 Uhr, Gottesdienst zur Kirmes mit dem Frauenchor Fachingen

Foto: © becrima