
Wenn Gottes Liebe durch den Magen geht
Lehrreich leckerer Konfi-Unterricht in Bad Ems: Jugendliche kochen für ihre Angehörigen
BAD EMS/RHEIN-LAHN. (28. September 2026) Eine außergewöhnliche Unterrichtseinheit hat es in diesem Jahr wieder für Konfirmandinnen und Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Bad Ems gegeben. Die kreierten zum Kennenlernen unter der fachkundigen Anleitung von Küchenchef und Koch-Coach Detlev Ueter einen halben Tag lang im evangelischen Gemeindehaus an einem Menü, das sie am Abend ihren rund 60 Angehörigen an einer langen weißen Tafel neben der Martinskirche servierten.
Ob Schneiden, Formen, Würzen, Anrichten – die Jugendlichen sind mit Feuereifer bei der Sache. So entstehen peu á peu Tomate mit Mozzarella, Salate, Nudeln, Couscous sowie fein gewürzte Hühner-Spieße und Fleisch, die später auf dem Grill gebraten werden. Eine Mascarpone-Creme mit Pflaumen krönt das Mahl. „Meine Oma hat mir gezeigt, wie man richtig grillt“, sagt der 13-jährige Marc. „Das macht total viel Spaß“, bestätigt sein gleichaltriger Freund Julian beim Salat-Schnippeln auf dem großen Tisch.
„Man merkt schon, wer auch zuhause mal mithilft“, stellt Ueter schmunzelnd fest. Dass er das Projekt mit Zeit und Know-how unterstützt, ist seiner Leidenschaft fürs Kochen zu verdanken, die er nicht nur Erwachsenen, sondern auch an junge Menschen weitergeben möchte. Es gehe ja darum, den Spaß am Essen und der Zubereitung zu wecken, so der Koch-Profi. Bei den 14-jährigen Julia, Thea und Louisa, die am liebsten Gemüse und Paprika zubereiten, ist das gelungen. Die freuen sich nicht nur über praktisches Lernen und Zubereitungstipps, sondern auch über die Gemeinschaft und das Kennenlernen in der Gruppe, die der gemeinsame Spaß in der Küche ermöglicht.
Der Zubereitung im Gemeindehaus folgt das Eindecken der langen weißen Tafel auf der Wiese neben der evangelischen Martinskirche. Liebevoll wird sie geschmückt unter anderem mit frisch geschnittenen Blumen, Kärtchen und segensreichen
Bierdeckeln – Auge und Geist essen bekanntlich mit. Als Aperitif kredenzt Ueter seinen beliebten rheinischen Vermouth. Dann begrüßt Gesine Rosenbach, die sich das Format „Konfis kochen für ihre Eltern“ ausgedacht hat, mit Brot und Trauben die Angehörigen. Die Konfizeit gehe Fragen nach, wie Leben gut werden kann und wie Gott mitten im Leben dabei ist und Kraft gibt, erklärt sie vor dem gemeinsamen Essen und dankt allen, die den Nachmittag ermöglicht haben.
Zum Leben gehörten ganz praktische Dinge wie Kochen, zu wissen, wo das Essen herkommt, wie aus frischen Zutaten etwas Leckeres entstehen kann. „Warum Gottes Speisekarte nur studieren? Menschenskinder lasst uns essen!“, zitiert sie den persischen Dichter Hafiz. Es gehe darum, das Leben und die göttliche Liebe direkt zu erleben anstatt sie nur theoretisch zu analysieren. Auch Jesus habe Menschen oft an einem Tisch zusammengebracht zum Essen, Trinken, Teilen, Erzählen und Feiern. Und Gott lade auch heute immer wieder zum Abendmahl an seinen Tisch ein. Rosenbach: „Nicht, weil wir alles richtig machen oder perfekt sind. Sondern weil wir willkommen sind.“ So verschmelzen an diesem Abend in Bad Ems für Jugendliche und Erwachsene die konkrete Lebenserfahrung mit einer Gotteserfahrung. Bernd-Christoph Matern
Zu den Fotos:
Unter Anleitung von Koch-Profi Detlev Ueter bereiteten die Konfis das Mahl zu und servierten es am Abend an einer liebevoll geschmückten langen Tafel ihren Angehörigen. Fotos: Matern
