Glocken läuten für Menschenwürde
Evangelische im Blauen Ländchen und der Loreley warnen vor Verrohung
An Buß- und Bettag, Mittwoch, 18. November, werden von 12 bis 12.15 Uhr die Kirchenglocken in der ganzen Gesamtkirchengemeinde Blaues Ländchen-Loreley läuten. Sie mahnen vor einer immer stärkeren Ausgrenzung von Minderheiten und Verletzung der Menschenwürde und rufen zur christlichen Nächstenliebe auf.
„Der liebe Gott ist nicht zum Kuscheln da“, sagt Lydia Katzenberger vom hauptamtlichen Verkündigungsteam der Region und weist auf den Buß- und Bettag als Anlass für evangelische Gemeindeglieder hin, selbstkritisch auf sich selbst und das gesellschaftliche Umfeld zu blicken. „Wir hören, dass Gott auch zornig und enttäuscht über uns Menschen ist und dazu auffordert: Kehrt um, wo ihr euch in Unrecht verstrickt!“. Die Kirchenglocken erinnerten mahnend daran: „Nächsten- und Gottesliebe stehen im Widerspruch zu der Verrohung, die wir gerade in unserer Gesellschaft erleben.“
Das 15-minütige Glockengeläut unterlegt Katzenberger mit den folgenden Worten: „Wir widersprechen, wenn Menschengruppen zu Sündenböcken gemacht werden. Wir widersprechen, wenn christliche Werte instrumentalisiert werden. Wir widersprechen, wenn die Gott-Ebenbildlichkeit und die Menschenwürde Einzelner bedroht werden.“ Gerechtigkeit erhöhe ein Volk, „aber die Sünde ist der Leute Verderben“, zitiert die Pfarrperson den biblischen Vers zu Buß- und Bettag. Und der Vorsitzende des Kirchenvorstands Uli Werner ergänzt: „So blicken wir kritisch auf gesellschaftliche Entwicklungen und unser eigenes Reden und Handeln“. Das Geläut an diesem Tag wolle unterbrechen und mahnend daran erinnern.
Überdies lädt das Läuten zu zwei Veranstaltungen ein: einem Gottesdienst zu Buß- und Bettag um 19 Uhr in der evangelischen Kirche in Lierschied und zur Abendmusik des Kirchenchores um 20 Uhr in der evangelischen Kirche in Miehlen.
Foto: © becrima
Alle Daten
- 18. November 2026 12:00 - 12:15
