„Ich gehe nach Holzhausen und bleibe in Marienfels“

Festlicher Gottesdienst zur Einführung von Mathias Moos als Gemeindepfarrer der evangelischen Kreuz-Jakobus-Gemeinde Holzhausen

 HOLZHAUSEN/RHEIN-LAHN. (8. Januar 2019) Mit einem festlichen Gottesdienst ist Mathias Moos als neuer Gemeindepfarrer der evangelischen Kreuz-Jakobus-Gemeinde in Holzhausen eingeführt worden. Der 57-Jährige übernimmt die halbe Pfarrstelle zusätzlich zu seinem Dienst als Gemeindepfarrer von Marienfels, wo er schon seit 30 Jahren tätig ist. Bis zur Fusion der drei Rhein-Lahn-Dekanate war Moos mehr als 16 Jahre Dekan des Dekanats St. Goarshausen. In Holzhausen hatte der Marienfelser Pfarrer bereits 2017 die Vakanzvertretung nach dem Wegzug der damaligen Pfarrerin übernommen. 

„Nichts ist beständiger als der Wandel“, leitete der stellvertretende Dekan des Dekanats Nassauer Land, Pfarrer Christian Dolke, seine Einführungsansprache ein in der Kreuzkirche. „Es ist gut im Leben einige Prozent an Unwägbarkeiten einzuplanen.“ Mit Neuem zu rechnen, ob es gefällt oder nicht, sei Teil der christlichen Botschaft. Beständig sei hingegen die Liebe, Güte und Treue, mit der Gott die Menschen begleitet. Dolke dankte Moos; als er neuer Dekan in Diez wurde, habe ihm der erfahrene Kollege aus St. Goarshausen manch guten Rat gegeben und Neues nicht abgebremst. Dann segnete Dolke den Amtsbruder für seinen Dienst, ebenso wie Pfarrer Bernd A. Ohlow, langjähriger Vorgänger Moos' in Holzhausen und Obertiefenbach.

Moos selbst bestätigte den Wandel, den er vor allem im Jahr 2018 erlebte und der von einem Wasserschaden sowie der Kirchensanierung in seiner Gemeinde Marienfels reichte bis zur jetzigen Amtseinführung in Holzhausen. Vor allem im Dekanat war zuletzt als Vertretung unterwegs bei 80 Amtshandlungen in 17 verschiedenen Gemeinden. Der Besorgnis vieler Marienfelser, dessen Pfarrer er seit 30 Jahren ist, ob sie jetzt ihren Seelsorger verlieren, habe er geantwortet: „Ich bleibe in Marienfels und gehe nach Holzhausen.“ Er halte auch nichts davon, über die Verhältnisse zu jammern, sondern die Herausforderungen anzunehmen.

Moos blickte nach vorn: Zu überlegen sei, was zwischen den beiden Kirchengemeinden in Marienfels und Holzhausen auch gemeinsam auf die Beine gestellt werden könne, wie etwa ein gemeinsames Himmelfahrtsfest oder Angebote für Senioren und Kinder. Gemeinsam unterrichtet werden bereits 23 Konfirmandinnen und Konfirmanden. In seiner Predigt blickte Moos nicht nur auf Wege des Friedens, zu der die Jahreslosung aufruft, und für die er empfahl, wieder mehr miteinander statt übereinander zu reden. Er erinnerte am Dreikönigstag auch an die drei Sterndeuter, die damals zum Kind in der Krippe aufgebrochen seien. „So etwas gilt auch für uns heute: Wir müssen uns auf den Weg aufeinander zu bewegen.“

Musikalisch feierlich umrahmt wurde der Gottesdienst vom Gemischten Chor Obertiefenbach-Bettendorf, dem Posaunenchor Obertiefenbach und Gaby Bindczeck an der Orgel. Während eines Empfangs im Gemeindehaus wünschte zahlreiche Gratulanten Moos viel Segen für die neue Aufgabe; allen voran der Kirchenvorstand. „Wir sind froh und dankbar, wieder einen Ortspfarrer zu haben“, formulierte Thomas Christ aus Bettendorf im Namen des Plenums.

Eine weiterhin gute Zusammenarbeit bot der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nastätten Jens Güllering auch im Namen aller Ortsbürgermeister an, die jetzt zu Moos' Kirchspiel gehören. Landrat Frank Puchtler zollte Moos Respekt für seine souveräne Mitgestaltung bei der Fusion der einst drei Dekanate sowie für seine Bodenständigkeit und dass er den Gemeinden treu geblieben sei. „In der heutigen Zeit braucht es Vertrauenspersonen direkt vor Ort; das kann auch keine WhatsApp leisten, wenn Menschen Probleme haben“, so der Landrat. Segenswünsche übermittelte auch Pfarrer i.R. Bernd A. Ohlow, den Moos als Dekan im Jahr 2011 nach mehr als 35 Jahren als Pfarrer von Holzhausen verabschiedet hatte. Die Beiden verbindet nicht nur das gemeinsame Tischtennis-Spielen in der Pfarrermannschaft des Dekanats. Moos erinnerte, dass es auch damals bereits gemeinsame Aktivitäten zwischen den beiden Kirchengemeinden gab. Bernd-Christoph Matern

 

Seelsorge in sieben Ortschaften

Rund 1700 Evangelische leben im Kirchspiel von Mathias Moos. Er übernahm Ende 2017 die Vakanzvertretung in Holzhausen und Obertiefenbach. Mit Beginn des Jahres 2018 vereinigten sich die beiden bis dahin selbständigen Kirchengemeinden Obertiefenbach-Bettendorf und Holzhausen zur Kreuz-Jakobus-Gemeinde mit etwa 1100 evangelischen Mitgliedern. Außerdem betreut der in Marienfels wohnende Theologe wie bereits in den vergangenen 30 Jahren die Evangelischen der Kirchengemeinde Marienfels, zu der auch die Ortschaften Berg, Ehr und Hunzel zählen.

 

Zum Foto (ganz oben):
Zusammen mit dem stellvertretenden Dekan Christian Dolke (links), Amtsvorgänger Pfarrer i.R. Bernd A. Ohlow (rechts) freute sich der Kirchenvorstand der Kreuz-Jakobus-Gemeinde Holzhausen über Mathias Moos als neuen Gemeindepfarrer in ihrer Mitte. Fotos: Bernd-Christoph Matern

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