Läufer legen für Wasser in Mabira Extra-Runden ein

Stundenpaarlauf des TV 1860 Nassau kommt Partnerdistrikt des evangelischen Dekanats Nassauer Land zugute

 NASSAU/RHEIN-LAHN. (5. Juli 2019) Die zwölfte Auflage des beliebten Stundenpaarlaufs, zu dem der Turnverein 1860 Nassau alljährlich in den Kurpark ruft, war diesmal mit einem ganz besonderen Extra-Lauf verbunden. Um die mangelnde Wasserversorgung in Mabira, einem Kirchendistrikt im Norden Tansanias zu verbessern, wurde das sportliche Ereignis für Jedermann von einem Wasserlauf für den Partnerdistrikt des evangelischen Dekanats Nassauer Land gekrönt.

Eine Stunde lang wechseln sich Paare nach jeder der 820 Meter langen Runde ab; wer in dieser Zeit die meisten Kilometer zurücklegt, hat – unterteilt nach mehreren Alters- beziehungsweise Geschlechtsklassen – gewonnen. Zum traditionellen Lauf-Spektakel gingen auch dieses Jahr wieder unterschiedlichste Paare an den Start: durchtrainierte Leichtathleten ebenso wie ambitionierte Ehepaare, Freunde, Vater und Tochter, Mutter und Kind oder Opas mit Enkeln – Grenzen für die Paarbildung gibt es kaum.

Über die eigenen Grenzen hinaus dachten die Veranstalter. Als wären die knapp 300 Kilometer, die von den 22 Paaren zurückgelegt wurden, nicht schon schweißtreibend genug gewesen, machten sich viele von ihnen plus einer Reihe von Zuschauern noch mal zu mehreren kleinen Extra-Runden auf den Weg, um in 5- und 10-Liter-Kanistern Wasser in zwei große Regenfässer zu befördern. „Unsere Runde ist nur 115 Meter lang – die Leute in Mabira, vor allem Kinder, legen täglich zwischen fünf bis 15 Kilometer zurück, um in schweren Behältern Trinkwasser für die Familie aus Wasserlöchern nach Hause zu transportieren“, erklärte Berthold Krebs, Vorsitzender des Arbeitskreises Nassau-Mabira des Dekanats, vor dem Startsignal. Mit dem Bau von Wassertanks, in denen das auf die Dächer regnende Wasser gesammelt wird, hat der Arbeitskreis in den vergangenen Jahren schon vielen Menschen die Wege zum Trinkwasser verkürzt; zusätzliche Tanks und Dachsammler sind in der Planung.

Er und das gesamte Team des Arbeitskreises, das die Gäste des Laufs den ganzen Mittag über mit Kaffee und Kuchen und die Läufer mit Wasser und Bananen versorgt hatten, staunten nicht schlecht, welche Kräfte dieser Wasserlauf noch einmal freisetzte. Vor allem die Kinder schleppten wie wild das Wasser von einer auf die andere Seite und schreckten dabei auch vor den großen 10-Liter-Behältern nicht zurück, um es ihren Altersgenossen in Afrika nachzutun.

Kein Wunder: Sponsoren hatten zugesagt, das erlaufene und sicher ins Ziel gebrachte Wasser in Euros für den guten Zweck aufzuwiegen. Und so zückten am Ende Kaufmann Ulrich Pebler vom Rewe-Markt und Christian Gross von der Firma chg-Gross die Börsen und spendeten 600 Euro für die nächsten Wassertank-Projekte; andere Spender ließen sich ebenfalls anstecken und legten noch einmal mehr als 300 Euro in die Spendenbox. Zusätzlich kommt noch die Hälfte des Reinerlöses der sportlichen Veranstaltung der Arbeit des Arbeitskreises zugute. „Ich bin begeistert“, freute sich Krebs über den Anklang des Wasserlaufes. Bernd-Christoph Matern

Zu den Fotos:
Nach den sportlichen Runden des Stundenpaarlaufs starteten noch einmal mit großer Begeisterung Erwachsene und Kinder zu einem „Wasserlauf für Mabira“, der der Versorgung mit Trinkwasser im Partnerdistrikt des Dekanats Nassauer Land zu Gute kommt. Fotos: Matern

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