Zahl der Infizierten im Kreis steigt weiter an – Viele Tipps für Kirchengemeinden und -vorstände

 RHEIN-LAHN/DARMSTADT. (11. März 2020, ständige Aktualisierung) Zusammenkünfte in Kirchen sind ab sofort zu verbieten. So heißt es in einer Pressemeldung der Bundesregierung über eine Vereinbarung von Bund und Ländern (Stand 16. März 19°°). Damit sind nicht nur sämtliche Veranstaltungen in Kirchengemeinden und Dekanat untersagt, sondern auch jegliche Form von Gottesdiensten. Das betrifft nicht nur Kirchen, sondern auch jedwede andere Veranstaltungsorte. Damit soll die Ausbreitung des neuartigen Virus verlangsamt werden. 

Seit Montag (16.3.) sind sämtliche Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz, also auch die in evangelischer Trägerschaft, geschlossen. Ein Infoblatt für Eltern, deren Kinder eine der 14 Kitas in Trägerschaft des Dekanats Nassauer Land besuchen, können Sie hier herunterladen. (mehr Infos ganz unten). Seit Montag, 23. März (0 Uhr), gelten neue Ausgangsbeschränkungen. Damit sind Versammlungen von mehr als 2 Personen in der Öffentlichkeit verboten. Beim Einkaufen und dem Aufenthalt im Freien sind besondere Vorsichtsmaßnahmen und Abstandsgrenzen einzuhalten.

Nachdem es keine Möglichkeit mehr gibt, in realen Begegnungen Gottesdienst zu feiern gibt es Möglichkeiten, dies digital zu tun. Allgemeine Beispiele finden Sie  hier. Angebote im Dekanat Nassauer Land finden Sie hier.

Wenn Sie nach Angeboten zu Andachten im TV, Radio oder Internet suchen: auch hier finden Sie eine kleine Übersicht von Sendern, die täglich gute Worte anbieten. Auch die EKD hat eine entsprechende Website eingerichtet, die Sie hier finden.

Taufen und Trauungen dürfen in öffentlichen Gottesdiensten derzeit nicht stattfinden; auch für Bestattungen gelten besondere Bedingungen. Das geht aus den aktualisierten Handlungsempfehlungen der EKHN hervor. (Stand 18. März, 14 Uhr) Diese finden Sie hier; Hinweise des Zentrums Verkündigung zum Umgang mit Verkündigung, Seelsorge und Unterricht unter den jetzigen Bedingungen finden Sie hier.

Maßgebend sind derzeit die Anweisungen des Gesundheitsamtes Rhein-Lahn. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat eine Website mit Informationen zusammengestellt, damit eine Ausbreitung des Virus verhindert wird. Außerdem hat sie Empfehlungen herausgegeben, wie mit geplanten Veranstaltungen der Kirchengemeinden und Dekanate etwa Konzerte, Konferenzen oder Gottesdienste wie Konfirmationen oder Trauungen umzugehen ist. Eine Videobotschaft des Kirchenpräsidenten zur Coronakrise und ihren Herausforderungen finden Sie hier.

Aktuelle Fallzahlen im Rhein-Lahn-Kreis

Die Anzahl der Menschen, die im Rhein-Lahn-Kreis mit dem Coronavirus infiziert sind, steigt ständig. Zu Beginn der 11. Kalender-Woche gab es mehr als zwei Dutzend Personen als begründete Verdachtsfälle, die sich in Quarantäne befanden sowie neun bestätigte Fälle (Stand 16. März, 14°°); die die laufende Entwicklung: 18 bestätigte Fälle (18. März, 11 Uhr), 27 Fälle (19. März, 10°°), 33 Fälle (20. März, 15.45 Uhr), 37 Fälle (22. März, 12°°), 48 Fälle (23. März, 13 °°), 54 Fälle (25. März 12°°), 64 Fälle (26. März, 12 °°), 70 Fälle (27. März, 12°°), 80 Fälle (28. März, 12°°), 90 Fälle (31. März und 1. April, 12°°) eine Person ist in einem Krankenhaus an den Folgen gestorben (19. März, 16°°), eine zweite Person am 23. März; vier weitere Personen befinden sich mit schwerem Krankheitsverlauf auf einer Intensivstation in Koblenz.

Wer vorbeugen möchte: Ausreichendes Händewaschen entspricht der Länge des Vater Unsers.

Die EKHN mit ihren Kirchengemeinden und Einrichtungen setzt alles daran, weitere Infektionen zu verhindern. Sie informiert über Maßnahmen wie die Kirchengemeinden und Einrichtungen der Diakonie das Infektionsrisiko minimieren können.

 

Dabei ruft die EKHN dazu auf, sich an die Anweisungen der zuständigen Gesundheitsbehörden zu halten. Zudem hat die EKHN auch vorbeugende Maßnahmen veröffentlicht, um das Infektionsrisiko zu verringern. Die Kirche äußert auch ihre Sorge für die Kranken. Deshalb können Betroffene und Angehörige um ein seelsorgerliches Gespräch bitten; inwieweit dies möglich ist, ist im Einzelfall zu klären. Christinnen und Christen werden gebeten, die Kranken, die Angehörigen, die Menschen in den Gesundheitsdiensten und die Besorgten in ihre Gebete einzuschließen.

Gemeinde lebt auch analog

 FRANKFURT/RHEIN-LAHN. (29. März 2020) Das Evangelische Medienhaus in Frankfurt hat eine Website erstellt mit Ideen aus Kirchengemeinden, die das Gemeindelaben trotz Corona-Pandemie lebendig halten. Die Site finden Sie hier.

Tipps für den Konfi-Unterricht

RHEIN-LAHN. (26. März 2020) Der Unterricht für Konfirmanden und Konfirmandinnen muss derzeit zumindest bei realen Treffen ruhen. Das religionspädagogische Institut der EKHN (rpi) hat aber etliche Beispiele zusammengestellt, wie auch digital der Kontakt zu den Jugendlichen bildungsreich aufrecht erhalten werden kann. Praxisbeispiele zu Ostern gibt es dort ebenso zu finden wie eine Erarbeitung des Vater Unsers oder die Aktion "Hoffnungshamstern“, die die Jugendlichen auf unterhaltsame Weise animiert, in der Coronakrise Hoffnung zu hamstern. Das rpi wirft dabei einen Blick in die derzeit bundesweit angebotenen Materialien und gibt gleichzeitig Infos zur Verschiebung der Konfirmationen. Auch Webinare zu digitalen Tools in der Konfi-Arbeit werden dort aufgelistet und angeboten. Hier finden Sie die Website.

Jugendkirchentag abgesagt

RHEIN-LAHN. (25. März 2020) Auch der für Juni geplante Jugendkirchentag in Wiesbaden wurde jetzt offiziell abgesagt. Derzeit denkt das Organisationsteam darüber nach, ob nicht alternativ eine digitaler Jugendkirchentag den Schmerz ein wenig nehmen kann. Mehr dazu hier.

Glocken rufen ökumenisch zum Gebet

RHEIN-LAHN. (24. März 2020) Ökumenisch rufen die Glocken in der Coronakrise zum Gebet. Darauf haben sich die Bistümer Limburg und Mainz und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verständigt und empfehlen ein gemeinsames Geläut für 5 Minuten täglich um 19.30 Uhr. Ziel ist es, in der Kontaktsperre ein hörbares Zeichen der christlichen Gemeinschaft, des gegenseitigen Trostes und der Ermutigung zu setzen. Mehr dazu hier

Gebete und Material in der Coronakrise

RHEIN-LAHN/FRANKFURT. (23. März 2020) Eine umfassende Sammlung an gottesdienstlichen Materialien in Zeiten des Versammlungsverbotes hat das Zentrum Verkündigung auf ihrer Website zusammengetragen, die ständig erweitert wird. Zur Site gelangen Sie hier.

Kirchenmusik in Zeiten von Corona

RHEIN-LAHN/FRANKFURT. (23. März 2020) Das tut schon weh, wenn die vertrauten wöchentlichen Chorproben auf unbestimmte Zeit ausfüllen müssen, sei es für Vokal- und Posaunenchöre oder andere Instrumentalkreise. Alternativen bietet das Zentrum Verkündigung auf seiner Website an.

Schmerzhafte Einschränkungen bei Trauerfeiern

RHEIN-LAHN/MAINZ. (21. März, 1 Uhr) Auch die Trauerfeiern sind von den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus nun massiv betroffen. Die behördlichen Anweisungen erlauben das Abschiednehmen nur im ganz kleinen Kreis. Dies stellt eine außerordentlich belastende Situation für alle Angehörigen und Seelsorgenden dar. Am Freitag (20. März) trat für Rheinland-Pfalz eine neue Anordnung von Versammlungsbeschränkungen in Kraft.  Dort heißt es in Paragraph 2: "Jede Ansammlung von mehr als 5 Personen in der Öffentlichkeit ist untersagt." Eine Ausnahmeformulierung für Trauerfeiern wie in Hessen, ist dort nicht vorgesehen. Am heutigen Sonntag (22. März, 18°°) haben sich Bund und Länder sogar darauf verständigt, dass diese Beschränkung für die nächsten vier Wochen von fünd auf nur noch zwei Personen reduziert wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte in einer Pressekonferenz am frühen Abend fest, dass es sich um eine Regelung und keine Empfehlung handle. Die EKHN wird sich im Laufe des Montags an die Gemeinden wenden. Aktuelles dazu auf der Website

Kommunikation für Kirchenvorstände

DARMSTADT/RHEIN-LAHN. (20. März 13.30 Uhr) Damit sich Kirchenvorstände weiterhin austauschen können, hat die Kirchenleitung der EKHN Anbieter von Videokonferenzen als Mittel der Kommunikation freigegeben und empfiehlt dabei auf Basis positiver Erfahrungen eines Probebetriebs den Anbieter Zoom. Eine Übersicht von Anbietern gibt es hier

Den Umgang mit Videokonferenzen über Zoom erläutert die Erwachsenenbildung des Zentrums Bildung der EKHN hier.

Initiative 55 plus-minus sagt alle Veranstaltungen ab 

RHEIN-LAHN. (12. März 2020) Die Initiative 55plus-minus im Dekanat Nassauer Land hatte bereits am 10. März  bis auf weiteres alle Veranstaltungen, zumindest die bis Ostern terminierten, abgesagt. Gleichzeitig bittet sie darum, durch Telefon, E-Mail oder per Skype den wechselseitigen Kontakt aufrecht zu erhalten. Mit ihren Angeboten erreicht die Initiative eher ältere Menschen, die zur besonderen Risikogruppe gehören und im Falle einer Ansteckung mit dem Corona-Virus der Verlauf der Erkrankung besonders schwerwiegend sein kann.

Die Website der EKHN, die ständig aktualisiert wird, gibt unter anderem grundsätzliche wichtige Hygiene-Tipps und eine Checkliste für die Versorgung im Notfall. (bcm)

Hier kommen Sie zu der von der EKHN eingerichteten Website zu den aktuellen Entwicklungen.

Aktuelle Informationen, die Kindertagesstätten betreffen, finden Sie im Bürgerportal der Landesregierung hier.

Aktuelle Informationen und Handlungsempfehlungen des Gesundheitsamtes des Rhein-Lahn-Kreises finden Sie hier.

Der Rhein-Lahn-Kreis hat am 16. März eine „Fieberambulanz“ auf dem ehemaligen Bundeswehrdepot in Gemmerich eingerichtet zur Probeentnahme. Damit können sich die Bürger an drei Stellen im Kreisgebiet schnell und unkompliziert testen lassen, ob sie mit dem Corona-Virus infiziert sind: die Praxis Dr. Martin von Bergh im Diezer Parkhaus Werkes (Im Werkes  1, 65582 Diez), die Praxis Dr. Simons in Bad Ems (Bahnhofplatz 2, 56130 Bad Ems) und die vom Gesundheitsamt des Kreises betriebene Einrichtung in Gemmerich.

Verdachtsfälle sind an das Kreisgesundheitsamt zu melden unter Telefon 02603-972-555. Das Land hat eine Hotline eingerichtet für Patienten, die vermuten, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben unter 0800-990 04 00.

Landrat Frank Puchtler hat außerdem entschieden, unter Leitung von Dr. Hans Jaeger am Standort in Gemmerich eine Corona-Praxis einzurichten, um andere Arztpraxen zu entlasten. Sie wurde am 30. März eröffnet. Die Behandlung erfolgt nach vorheriger telefonischer Anmeldung. Telefon: 0160/92954128.

Foto: © pixabay_mattthewafflecat

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